Thema 2 – Bewusstsein & Unbewusstsein

In Stress- oder Notsituationen handeln wir gewohnheitsorientiert, aus dem Unbewussten und nicht aus dem Bewusstsein. … Wenn unsere Eltern in unseren Kindheitstagen unbewusst Sätze zu uns sagten, weil sie diese auch schon von Ihren Eltern gehört haben, so werden nun diese Sätze an uns weitergegeben und gelangen in unser Unterbewusstsein. Werden wir uns über diese Abläufe nicht bewusst, geben wir diese Sätze wie z.B.: „Solange Du die Beine unter meinem Tisch hast, …“ einfach an unsere Nachkommen weiter. Erst eine Reflektion und Transformation kann zum Auflösen der gekoppelten Informationsmuster beitragen und somit das eigene Leben verändern.

  • 95 % bis 99 % kommen aus dem Unbewussten
  • das Unbewusste ist gewohnheitsorientiert
  • das Bewusste ist kreativ und kann den „relativen freien Willen“ ausdrücken.
  • negative, unbewusste Programmierungen setzen wir jeden Tag zu 95 % um usw.

Beispiel – Autofahrer:

Noch am Anfang der Fahrausbildung sind wir sehr bewusst, schauen uns im Straßenverkehr um, achten sehr genau auf die Reihenfolgen und Abläufe, sind scheinbar überfordert, auf alle Dinge gleichzeitig zu achten. Doch schon nach wenigen Übungswochen ist unser Fahrverhalten zur Routine geworden, wir fahren entspannter und achten nicht mehr auf alles, was uns umgibt. Wenn nun eine Straßenführung geändert wird, nehmen wir diese wahrscheinlich kaum wahr und fahren wie gewohnt. …

 

"Der Plan der Seele"

Autor: Siegfried Trebuch

In den letzten Jahren haben in esoterischen Kreisen Bücher über die “Bestellungen beim Universum” und das “Gesetz der Anziehung” viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Der Film "The Secret"  hat weltweit ein Millionenpublikum erreicht. Kein Wunder, zielt er doch auf die Wünsche ab, die mehr oder weniger jeder von uns in sich trägt. Wer möchte nicht gerne schön, reich und gesund sein? Wer wünscht sich nicht, seinem Traumpartner zu begegnen und mit ihm in der Traumvilla zu leben? Wäre es nicht schön, sein Leben unter Kontrolle zu haben und dem Schicksal ein Schnippchen zu schlagen?

Das alles sollte durch das Gesetz der Anziehung möglich werden. Dieses Prinzip ist nicht neu. Es ist schon in den hermetischen Schriften der Antike als Analogiegesetz zu finden:

WIE OBEN SO UNTEN, WIE INNEN SO AUßEN

Das Große ist im Kleinen und im Kleinen das Große zu finden. Was das Atom im Kleinen ist, ist das Sonnensystem im Großen. Für alles, was es in der physischen Welt gibt, existiert eine Entsprechung in der geistigen Welt.

Übertragen auf den Menschen bedeutet das Analogiegesetz: So wie Du innerlich bist, so erlebst Du auch Deine Außenwelt. Das, was Dir im Außen widerfährt, spiegelt das, was Du im Innen trägst. Die Außenwelt ist folge dessen immer ein Spiegel Deiner selbst. Wenn Du Dich veränderst, muss sich alles um Dich herum verändern.

Wenn wir unsere Gedanken und Gefühle also bewusst steuern, können wir somit auch unser Leben im Außen steuern. Wer das jemals wirklich versucht hat, stellt voller Euphorie fest, dass es tatsächlich funktioniert. Wir haben die Fähigkeit, unser Schicksal bewusst zu beeinflussen. Allerdings gibt es auch Ausnahmen. Das Leben schickt uns plötzlich Dinge, die wir (scheinbar) gar nicht bestellt haben! Anstelle eines Parkplatzes bekommen wir einen Parkschaden, anstelle von Gesundheit bekommen wir einen Beinbruch, anstelle des Traumpartners tritt jemand in unser Leben, der es uns eher schwer als süß macht. Warum ist das so?

Die modernen Auslegungen des Analogiegesetzes übersehen einen wesentlichen Aspekt. Es ist naiv anzunehmen, dass nur unsere bewussten Gedanken und Gefühle unser Leben bestimmen. Sie bilden lediglich die Spitze des Eisberges. Unter der Oberfläche liegt das mächtige Unbewusste. In ihm wirken Kräfte, die uns nicht unmittelbar zugänglich sind. Sie sind es, die unser Leben in Richtungen lenken, die wir gar nicht bewusst angesteuert haben. In diesem uns nicht unmittelbar zugänglichen Bereich liegen unter anderem Kindheitserfahrungen, Erfahrungen aus vergangenen Inkarnationen und der Plan der Seele, den sich jeder von uns zurechtgelegt hat. Bevor wir in dieses irdische Leben eintreten, planen wir auf der jenseitigen Ebene, welche grundlegenden Erfahrungen und damit verbundene Entwicklungsschritte wir im Menschenkörper machen wollen. Wir wählen unsere Eltern, Geschwister, Lehrer und Freunde aus. Wir legen einen groben Zeitplan fest, der sich über die gesamte Inkarnation erstreckt. Wir verabreden uns mit bestimmten Seelen, denen wir an gewissen Punkten in unserem Leben begegnen, um ein Stück des Weges gemeinsam zu gehen und uns selber besser kennen zu lernen. All das führt zu einer Kette an konkreten Lebenserfahrungen, die unsere Seele letztlich in ihrer Entwicklung hin zur Vollkommenheit voranbringt.

Bei der Geburt legt sich der “Schleier des Vergessens” über dieses Wissen, welches auf der geistigen Ebene noch ganz klar ersichtlich war. Wir fangen scheinbar bei “Null” an, was jedoch in Wirklichkeit nicht der Fall ist. Die Erfahrungen vergangener Inkarnationen und unser Seelenplan liegen jetzt lediglich in dem Bereich, den die Psychologen das "Unbewusste" nennen. Das ist auch durchaus sinnvoll, denn hätten wir unbeschränkten Zugriff auf all diese Informationen, so wären wir wegen Informationsüberlastung gar nicht in der Lage, das konkret anstehende Leben zu führen. Trotzdem wirkt aus diesem obskuren Bereich unsere eigene Seele auf unser Schicksal ein, ohne dass wir bewusst darauf Einfluss nehmen können. Es geschehen plötzlich völlig unerwartete Dinge, welche wir jedoch in ihren Grundzügen vorgeburtlich festgelegt haben. So müssen wir auf manche Personen einfach treffen, weil sie für unsere Seelenentwicklung von entscheidender Bedeutung sind. Vielleicht haben wir hin und wieder sogar das Gefühl, als würden wir diesen Menschen schon ewig kennen, was von einem höheren Standpunkt aus betrachtet auch der Wahrheit entspricht.

Aus der Tatsache, dass uns viele wesentliche Informationen momentan nicht zugänglich sind, erklärt sich der scheinbare Widerspruch, warum das Gesetz der Anziehung manchmal funktioniert und dann wiederum überhaupt nicht. Wer genau beobachtet, wird folgendes feststellen: Die Bestellungen beim Universum funktionieren bei vergleichsweise unwichtigen Angelegenheiten, etwa der Bestellung eines Parkplatzes, am besten. Unserer Seele ist es relativ egal, ob wir auf Wunsch einen Parkplatz finden, oder nicht. Es hat auf ihre Entwicklung nur einen minimalen Einfluss. Wirklich eingreifen tut sie in Bereichen, wo es um etwas Wichtiges geht, wie zum Beispiel bei der Wahl unseres Lebenspartners oder des Berufes.

Denken Sie ernsthaft, Sie könnten bestimmen, in wen Sie sich verlieben? Die Liebe geht seltsame Wege, das zeigt uns die Erfahrung. Mit einer bewussten Bestellung hat das wenig zu tun. Viel mehr wundern wir uns, wie wir mit bestimmten Menschen zusammen geführt werden. Im Nachhinein aber macht es auf einmal Sinn und wir entdecken die weise Führung unserer eigenen Seele. 

Unterm Strich lässt sich folgendes sagen: Ja, das Gesetz der Anziehung funktioniert und wir sollten es anwenden, um unser Leben aktiv zu gestalten. So ist es absolut zu befürworten, sich mit positiver Energie aufzuladen, um auf positive Menschen und Situationen zu stoßen. Wir sollten jedoch aufhören, das Leben zu 100% nach unseren Ego-Wünschen “designen” zu wollen. Wer das versucht, wird große Enttäuschungen erleben, denn die Seele verfolgt andere Ziele als das Ego. Es gibt Dinge im Leben, die einfach unaufgefordert kommen und nicht immer angenehm für uns sind. Dann tun wir gut daran, sie anzunehmen wie sie sind, denn wir können uns sicher sein, dass wir als der Gestalter dieses Leben weise geplant haben und alles seinen Sinn hat.

Es hat also sein Gutes, dass wir nicht alles unter Kontrolle haben und wir dürfen darauf vertrauen, dass alles, was uns im Leben widerfährt, letztlich unserem höchsten Wohl dient. Es gibt Dinge im Leben, die wir beeinflussen können und es gibt Situationen, da reicht unsere Gedankenkraft nicht aus, um Veränderung zu bewirken. Dann geht es darum, Unbewusstes an die Oberfläche zu befördern und daran zu wachsen. Wenn es manchmal schwer fällt zu erkennen, welcher der beiden Fälle gerade vorliegt, dann kann das Gelassenheitsgebet besonders hilfreich sein:

"Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden."